„Sodele“ kann einen zufriedenen Abschluss begleiten. Was damit im Gespräch gemeint ist, hängt von der Situation ab. Hier findest du eine kurze Gebrauchshilfe, die Quellen dazu und den frühen Eröffnungstext von Homo Schwabicus.
Was bedeutet „Sodele“?
Ludwig Mich. Dorner dokumentiert die Schreibformen sodale und sodele in seiner Sammlung aus Oberschwaben im Zusammenhang mit Zufriedenheit. Das passt etwa zu einem Moment, in dem eine Arbeit erledigt ist. Seine Sammlung beruht überwiegend auf selbst gehörtem oder erinnertem Sprachgebrauch; sie ist keine vollständige Erhebung aller schwäbischen Regionen. Quelle: Dorner, Sammlung von 2016, gedruckte Seiten 473–474 (PDF).
Das private Dialektprojekt von Peter-Michael Mangold beschreibt bei Sodale außerdem Auftakt, Weitergehen und Überreichen. Deshalb hilft eine einzige hochdeutsche Übersetzung nicht in jeder Situation. Zum Eintrag „Sodale“ im Schwäbisch-Wörterbuch.
Drei Situationen zum Einordnen
Die folgenden Sätze sind redaktionell formulierte Beispiele. Sie sind keine historischen Zitate, Tonaufnahmen oder Belege für eine bestimmte örtliche Aussprache.
1 · Etwas ist erledigt
„Sodele, fertig.“
Nach dem Aufräumen lässt sich das etwa als „So, das wäre geschafft“ verstehen. Im Vordergrund steht der zufriedene Abschluss.
2 · Der nächste Schritt beginnt
„Sodele, jetzt können wir los.“
Die Vorbereitung ist vorbei, die Gruppe geht weiter. Als Übertragung passt hier eher „Nun denn“ oder „Jetzt geht’s los“.
3 · Etwas wird übergeben
„Sodele, hier ist alles.“
Eine vorbereitete Sache wird überreicht. Die begleitende Handlung macht verständlich, was der kurze Ausruf meint.
Schreibweise und regionale Grenzen
Die Quellen dokumentieren Varianten, keine verbindliche Einheitsform. Aus einem Eintrag lässt sich weder eine Häufigkeit für ganz Schwaben noch eine sichere Entstehungszeit ableiten. Dorner erläutert eine Bildung aus so mit -le und eingeschobenem d; das ist die Erklärung des Sammlers, kein hier nachgewiesener Ursprungsort. Die Beispiele oben sind eine Hilfe zum Verstehen, keine Ausspracheanleitung.
Weitere Wörter findest du im Schwäbisch-Lexikon mit Suche und Quellenfilter. Für praktische Alltagskultur geht es zum Alltag-und-Kultur-Hub.
Der frühe Eröffnungstext: „Nu is es gschafft!“
Der folgende Text bewahrt den persönlichen, satirischen Einstieg des Projekts. Seine Wortspiele und wirtschaftlichen Vergleiche sind als damaliger Kommentar zu lesen. Sie dienen weder als Wortherkunftsnachweis noch als aktuelle Finanzinformation. Die später angehängte Finanzübersicht und unbelegten Autorenangaben wurden bei dieser Überarbeitung entfernt.
Es mag eine Reihe von Leuten geben, die sich einem Studium der Betriebswirtschaft widmen und sich die ganze Zeit fragen, wo die Grundlage des zu vermittelnden Menschenbilds eigentlich zu finden sei. Sie selbst würden sich wohl nicht als selbigen bezeichnen, und so blicken sie zum rechts sitzenden Kommilitonen, aber finden weder hier, noch beim linken Beisitzer einen Vertreter, denn leider existiert der homo oeconomicus nur in der Literatur. Während meines Studienlaufs kam ich nicht umhin auf Vertreter der schwäbischen Denkweise zu treffen, was ein paar interessante Beobachtungen, gerade im Kontext der klassischen Betriebswirtschaftslehre zuließ.
So lässt sich verknappt sagen, dass der komparative Konkurrenzvorteil des Schwaben darin abzeichnet, dass er es vermag, Kosten in Erträge umzuwandeln. Empirisch lässt sich das mit gehäufter Regelmäßigkeit bei einem Besuch auf der Königstraße der Hauptstadt des Sparens (Stuttgart) beobachten, wo ein mundartlich geprägtes Sale (eine Abwandlung des linksrheinischen Salut) den Kunden mit Prozenten jenseits eines Bankkontos lockt. Im (gefühlten) Ergebnis verlassen diese gute Leut’ das Geschäft reicher als sie es betreten haben, großartig, nicht? Diese Win-Win-Situation für Käufer und Verkäufer ist im angelsächsischen Raum als „Harvard-Konzept” bekannt, das alle Parteien in einem Geschäft als Sieger hervorgehen. Das ist gut für die Häuslebauer, damit sie brav weiter ihre Raten zahlen können, und gut für die Konjunktur, da Geld fließen muss. Ein solches Verhalten wird im europäischen Kontext gar zum Vorbild stilisiert, sodass die schwäbische Hausfrau einer Angela Merkel als ultima ratio für die Haushaltsfragen Europas gilt und eine Balance zwischen Sparzwängen und exzessiven Ausgaben herstellt.
Getreu dem Motto: „Es wird gespart, koste es, was es wolle!”
Homo Schwabicus heute
Das Angebot bündelt Sprache, Alltag und Kultur, Küche sowie Land und Leute. Quellenprüfung, KI-Unterstützung und offene Tests werden auf der Transparenzseite erklärt. Projekt- und Quellenanfragen finden einen Einstieg auf der Presse-Seite.