Ofenschlupfer ist die schwäbische Antwort auf die Frage „Was mache ich mit altem Weißbrot?“ — ein süßer Brotauflauf mit Äpfeln, Rosinen, Zimt und einer Eier-Milch-Mischung, der im Ofen zu einer goldenen, fluffigen Köstlichkeit verschmilzt. Klassisch serviert mit warmer Vanillesoße — ein perfektes Wohlfühl-Dessert für kalte Tage. Und ein Paradebeispiel schwäbischer Resteküche.
Zutaten
- 500 g altes Weißbrot, Brötchen oder Toastbrot (mind. 2 Tage alt)
- 750 g säuerliche Äpfel (z.B. Boskop, Cox Orange)
- 100 g Rosinen
- 4 Eier (Größe M)
- 600 ml Milch
- 100 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 TL Zimt
- 1 EL Rum (optional)
- 50 g Butter (flüssig)
- Butter für die Form
- 2 EL Mandelblättchen
- Puderzucker zum Bestreuen
- Für die Vanillesoße: 500 ml Milch, 1 Vanilleschote, 5 Eigelb, 80 g Zucker, 1 EL Speisestärke
Zubereitung Schritt für Schritt
- Vorbereitung: Weißbrot in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden. Wenn das Brot sehr trocken ist: kurz in lauwarmer Milch wenden. Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Äpfel schälen: Äpfel schälen, entkernen und in dünne Spalten schneiden. Rosinen in Rum oder warmem Wasser einweichen (10 Min).
- Eier-Milch-Mischung: Eier mit Zucker, Vanillezucker und Zimt schaumig schlagen. Milch und flüssige Butter einrühren.
- Schichten: Eine Auflaufform (ca. 25×30 cm) mit Butter ausstreichen. Eine Schicht Brot, dann Äpfel und Rosinen, dann wieder Brot — abwechselnd, bis alle Zutaten verbraucht sind. Mit Brot abschließen.
- Übergießen: Eier-Milch-Mischung gleichmäßig über den Auflauf gießen. Mit den Händen leicht andrücken, damit alles gut durchzieht. 15 Minuten ruhen lassen, damit das Brot sich vollsaugt.
- Backen: Mandelblättchen aufstreuen. Im vorgeheizten Backofen ca. 45 Minuten goldbraun backen. Falls die Oberfläche zu schnell bräunt: mit Alufolie abdecken.
- Vanillesoße: Milch mit ausgekratzter Vanilleschote aufkochen. Eigelb mit Zucker und Speisestärke verquirlen, heiße Milch unterrühren und unter ständigem Rühren bei kleiner Hitze cremig binden — nicht kochen.
- Servieren: Ofenschlupfer mit Puderzucker bestreuen und mit warmer Vanillesoße servieren. Schmeckt warm und am nächsten Tag kalt.
Schwaben-Tipps vom Profi
- Ofenschlupfer schmeckt am besten mit säuerlichen Äpfeln — Boskop oder Cox Orange geben Säure, die zur Süße des Brotpuddings passt.
- Statt Rum kann man auch Apfelsaft oder einfach warmes Wasser zum Einweichen der Rosinen verwenden.
- Wer es weniger süß mag: nur 70 g Zucker und die Säure der Äpfel sprechen lassen.
- Mit Birnen, Pflaumen oder Aprikosen statt Äpfel ergeben sich saisonale Varianten — siehe Schwaben-Kalender.
Häufige Fragen
Welches Brot ist am besten?
Altes Weißbrot, Brötchen oder Toastbrot. Es darf nicht zu trocken sein — sonst kurz in Milch wenden. Vollkornbrot wird zu schwer.
Wie lange hält Ofenschlupfer?
Im Kühlschrank 2-3 Tage. Schmeckt am nächsten Tag oft sogar besser, da die Aromen durchgezogen sind.
Kann ich Ofenschlupfer einfrieren?
Ja, in portionierten Stücken. Bei Bedarf in der Mikrowelle oder im Backofen bei 150 °C ca. 15 Minuten auftauen.
Was passt sonst zu Ofenschlupfer?
Klassisch Vanillesoße. Auch lecker: warme Kirschen, Pflaumenkompott, Sahne oder Vanilleeis.