Schupfnudeln heißen je nach Region Bubespitzle, Wargele, Bauchstecherla oder schlicht Fingernudeln. Egal wie sie heißen — sie sind die Grundlage der schwäbischen Resteküche. Hier kommt das Original-Schwaben-Rezept mit Sauerkraut, dazu zwei Varianten (gebraten salzig, süß mit Apfelmus).
Zutaten
- 800 g mehligkochende Kartoffeln (am Vortag gekocht)
- 200 g Mehl (Type 405)
- 50 g Hartweizengrieß
- 2 Eier (Größe M)
- 1 TL Salz
- Frische Muskatnuss
- Butter oder Schmalz zum Braten
- 500 g Sauerkraut (für die salzige Variante)
- 200 ml Brühe
- 1 Lorbeerblatt
- 1 TL Kümmel
Zubereitung Schritt für Schritt
- Vorbereitung: Kartoffeln vom Vortag schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Auf einem sauberen Geschirrtuch leicht abkühlen lassen.
- Teig kneten: Mehl, Grieß, Eier, Salz und etwas geriebene Muskatnuss zur Kartoffelmasse geben. Schnell zu einem geschmeidigen Teig kneten — nicht überarbeiten, sonst werden die Schupfnudeln zäh.
- Formen: Den Teig in 4 Portionen teilen, jede zu einer Rolle ca. 1,5 cm Durchmesser ausrollen. In ca. 4 cm lange Stücke schneiden. Jedes Stück zwischen den Handflächen zu kleinen Spindeln mit zugespitzten Enden formen.
- Kochen: In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Schupfnudeln portionsweise hineingeben, bis sie an der Oberfläche schwimmen (ca. 4-5 Minuten). Mit einem Schaumlöffel herausnehmen und kurz abtropfen lassen.
- Braten (salzige Variante): In einer großen Pfanne Butter oder Schmalz erhitzen. Schupfnudeln darin goldbraun braten. Mit Salz und frischem Pfeffer würzen.
- Sauerkraut zubereiten: Sauerkraut mit Brühe, Lorbeerblatt und Kümmel in einem Topf 20 Minuten köcheln lassen. Schupfnudeln und Sauerkraut auf Tellern anrichten und sofort servieren.
- Süße Variante: Schupfnudeln in Butter braten, mit Zucker und Zimt bestreuen, mit Apfelmus servieren — perfekt als Hauptspeise oder Süßspeise.
Schwaben-Tipps vom Profi
- Kartoffeln müssen mindestens 12 Stunden alt sein — frische enthalten zu viel Wasser, der Teig wird kleistrig.
- Wenn der Teig zu klebrig ist: noch etwas Mehl zugeben. Wenn zu trocken: einen Schluck Milch.
- Schupfnudeln lassen sich am Vortag formen und im Kühlschrank zwischen Geschirrtüchern aufbewahren.
- Geübte schwäbische Großmütter formen Schupfnudeln direkt aus der Hand — Anfänger nutzen lieber die Bord-Methode mit einer leichten Rolle.
Häufige Fragen
Was sind Schupfnudeln eigentlich?
Schupfnudeln (auch Bubespitzle, Wargele, Fingernudeln) sind eine schwäbisch-bayerische Spezialität aus Kartoffelteig, zu kleinen länglichen Spindeln geformt und in Butter goldbraun gebraten. Klassisch mit Sauerkraut, alternativ süß mit Apfelmus.
Warum heißen sie Bubespitzle?
Im südschwäbisch-bayerischen Raum wegen ihrer Form (Bub = kleiner Junge, Spitzle = Spitze). Andere Bezeichnungen: Bauchstecherle, Wargele, Fingernudeln, Bairische Nudeln.
Kann ich Schupfnudeln einfrieren?
Ja — am besten roh nach dem Formen. Auf einem mehlierten Blech vorfrieren, dann in Gefrierbeutel verpacken. Direkt aus dem Frost ins kochende Wasser geben (5-6 Minuten Garzeit).
Welche Kartoffelsorte ist optimal?
Mehligkochende Kartoffeln (z.B. Adretta, Bintje, Gunda). Festkochende Sorten ergeben zu kleistrigen Teig.