Berthold Leibinger — Trumpf-Pionier und schwäbischer Mäzen

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Berthold Leibinger wurde am 26. November 1930 in Stuttgart geboren und verwandelte als Geschäftsführer (1978-2005) und Aufsichtsratsvorsitzender (bis 2018) das Familienunternehmen Trumpf in einen Welt-Konzern der Lasertechnik. Bei seinem Tod 2018 hatte Trumpf 13.000 Mitarbeiter und über 3 Mrd. € Umsatz. Sein Engagement als Mäzen (Berthold-Leibinger-Stiftung, Ludwig-Wittgenstein-Forschung, Stuttgart-Forschung) machte ihn zu einer der einflussreichsten schwäbisch-deutschen Persönlichkeiten des späten 20. Jahrhunderts.

📖 Leben & Wirken

Stuttgart — die Maschinenbau-Tradition

Berthold Leibinger wuchs in Stuttgart als ältestes Kind einer Familie auf — sein Vater war Lehrer. Nach dem Abitur 1949 studierte er Maschinenbau an der Universität Stuttgart, schloss 1956 als Dipl.-Ing. ab. 1957 trat er in die Trumpf-Werke ein — damals ein mittelständischer Maschinenbau-Betrieb in Ditzingen (gegründet 1923) mit etwa 145 Mitarbeitern.

Aufstieg bei Trumpf und Werkzeugmaschinen-Innovation

Leibinger arbeitete sich bei Trumpf hoch: erst Konstrukteur, dann Entwicklungsleiter, ab 1966 Geschäftsführer. Er erkannte früh die Chance der Lasertechnik im Werkzeugmaschinen-Bau. Trumpf entwickelte ab den 1980er-Jahren CO2-Laser-basierte Schneide- und Schweißmaschinen — und wurde Weltmarktführer für Industrielaser. Heute werden Trumpf-Laser für alles eingesetzt: vom Auto-Karosserie-Schweißen über Smartphone-Produktion bis zur Medizintechnik.

Familien-Unternehmen und schwäbischer Erfolg

Leibinger verheiratete sich 1963 mit Ulrike Schaudt — die Familien-Eigentümerin. Als Schwiegervater Christian Trumpf 1981 verstarb, übernahm Leibinger die Mehrheit der Unternehmens-Anteile. Er führte Trumpf nach klassischem schwäbischen Familien-Unternehmer-Modell: konservativ finanziert, langfristig denkend, Innovation aus eigenem Kapital, keine Börsen-Notierung. Heute hat Trumpf über 18.000 Mitarbeiter und ist eines der größten Familienunternehmen Deutschlands.

Mäzen und Wissenschaftsförderer

Parallel zum Unternehmen baute Leibinger ein enormes Mäzenats-Engagement auf. 1992 gründete er die Berthold-Leibinger-Stiftung — heute eine der größten privaten Wissenschafts-Stiftungen Deutschlands. Schwerpunkte: Wissenschaftsförderung (Stuttgart, Berlin), Förderpreis Innovation Photonik (alle 2 Jahre, 30.000 € Preisgeld), Kulturförderung, Universitätsinitiativen. Er war Ehrendoktor der Universität Stuttgart, der TU München, der University of Cambridge.

🍝 Das schwäbische Erbe

Leibinger ist nach Würth und Bosch die dritte große Säule der schwäbischen Industriellen-Tradition: Familien-Unternehmer mit Welt-Wirkung, technologie-getriebenes Geschäft, langfristige Familien-Konstruktion ohne Börse, intensives Mäzenats-Engagement. Ditzingen-Stuttgart ist durch Trumpf zur Laser-Hauptstadt Europas geworden. Die Berthold-Leibinger-Stiftung fördert deutsche Spitzenforschung kontinuierlich. Sein Innovationspreis Photonik gilt als 'deutscher Laser-Nobelpreis'. Im Jahr 2018 verstarb Leibinger — seine Tochter Nicola Leibinger-Kammüller führte das Unternehmen weiter (heute CEO und Vorsitzende des Stiftungsrats).

💬 Berühmte Zitate

„Mit Eigentum kommt Verantwortung.“
— Berthold Leibinger
„Forschung ist die beste Investition in die Zukunft.“
— Berthold Leibinger
„Familien-Unternehmen denken in Generationen, nicht in Quartalen.“
— Berthold Leibinger
„Schwäbischer Mittelstand verdient nicht nur Geld, sondern auch Respekt.“
— Berthold Leibinger
„Bildung ist die wichtigste Ressource des rohstoffarmen Deutschland.“
— Berthold Leibinger

❓ Häufige Fragen

Was ist Trumpf?

Trumpf SE + Co. KG ist ein 1923 in Stuttgart gegründetes Maschinenbau-Unternehmen, heute Weltmarktführer für Werkzeugmaschinen und Industrielaser. Sitz: Ditzingen (BW). Über 18.000 Mitarbeiter weltweit, über 4 Mrd. € Umsatz (2024).

Wie reich war Leibinger?

Forbes schätzte sein Vermögen 2018 auf etwa 2-3 Mrd. €. Die Familie Leibinger gehört zu den 30 reichsten Familien Deutschlands. Aber: Großteil ist im Unternehmen gebunden, nicht persönlich verfügbar.

Wer leitet Trumpf heute?

Nicola Leibinger-Kammüller — Tochter von Berthold Leibinger. Seit 2005 Vorstandsvorsitzende, also über 20 Jahre. Eine der wenigen Frauen an der Spitze eines DAX-30-vergleichbaren deutschen Unternehmens.

Was macht die Berthold-Leibinger-Stiftung?

Wissenschaftsförderung (besonders Photonik, Lasertechnik, Robotik), Kulturförderung (Stuttgart-Theater), Universitäts-Initiativen (TUM, Universität Stuttgart), Berthold-Leibinger-Innovationspreis (30.000 € Preisgeld). Eine der größten privaten Wissenschafts-Stiftungen Deutschlands.

War Leibinger British Knight?

Ja — 2014 erhielt er Honorary Knight Commander of the Most Excellent Order of the British Empire (KBE) — eine der höchsten britischen Auszeichnungen für Ausländer. Für seinen Beitrag zu deutsch-britischer Wissenschafts-Kooperation.


🔗 Verwandte Persönlichkeiten

Stand: 17. Mai 2026. Teil unserer Reihe „Berühmte Schwaben” mit Person-Schema für Google Knowledge Graph. Quellen: Wikipedia, GND-Eintrag, Standardliteratur.