Nicola Leibinger-Kammüller wurde am 26. Februar 1959 in Stuttgart geboren — als Tochter von Berthold Leibinger und Ulrike Schaudt (der Trumpf-Familien-Eigentümerin). Seit 2005 ist sie Vorstandsvorsitzende der Trumpf-Gruppe — eine der wenigen Frauen an der Spitze eines deutschen Welt-Konzerns. Unter ihrer Führung wuchs Trumpf von etwa 5.000 auf über 18.000 Mitarbeiter, von 1,2 Mrd. auf über 4 Mrd. € Umsatz. Sie ist Mitglied verschiedener Aufsichtsräte (Bosch, Lufthansa, Siemens), gilt als eine der einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft.
📖 Leben & Wirken
Stuttgart, Bonn, Cambridge — eine ungewöhnliche Bildung
Nicola Leibinger wuchs als ältestes Kind von Berthold und Ulrike Leibinger in Stuttgart auf. Ungewöhnlich für eine Industriellen-Tochter: sie studierte Literaturwissenschaft, Sinologie und Geschichte in Bonn und Cambridge. Promovierte 1985 in Sinologie über chinesische Literatur. Erst danach ergänzte sie ihr Wissen mit einem MBA an der Hochschule St. Gallen — ein bewusster Bildungsweg, der Geistes- und Wirtschaftswissenschaften verband.
Trumpf-Einstieg 1985 und Karriere
1985 trat sie in das Familienunternehmen Trumpf ein — zunächst nicht als Geschäftsführerin, sondern als Mitarbeiterin im China-Geschäft, dann im Marketing. 1992 wurde sie Geschäftsführerin Marketing, 1998 Geschäftsführerin gesamt, 2003 Vorstandsvorsitzende der Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH. 2005 übernahm sie nach dem Rückzug ihres Vaters Berthold Leibinger die Konzern-Spitze als CEO der Trumpf-Gruppe.
20 Jahre Trumpf-CEO
Unter ihrer Führung wandelte Trumpf sich vom traditionellen Werkzeugmaschinen-Hersteller zum Lasertechnik-Welt-Konzern. Trumpf-Laser werden heute in Smartphone-Produktion, Auto-Karosserie, Halbleiter-Fertigung verwendet. Die Konzern-Größe verdreifachte sich. Wichtige Initiativen: starke China-Präsenz (Nicola Leibinger-Kammüller spricht Chinesisch!), Investitionen in Quantum-Photonik, Übernahme des Photonics-Spezialisten Photonis 2022.
Mehrere Aufsichtsräte und politisches Engagement
Außerhalb von Trumpf ist Leibinger-Kammüller im Aufsichtsrat mehrerer DAX-Konzerne (Bosch, Lufthansa, Siemens). Sie engagiert sich in den Vereinen Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Politisch nutzt sie ihre Position für Themen wie Standort Deutschland, Industrie 4.0, MINT-Bildung für junge Frauen. Sie ist eines der bekannten Gesichter der deutschen Familien-Unternehmer.
🍝 Das schwäbische Erbe
Nicola Leibinger-Kammüller verkörpert die nächste Generation der schwäbischen Industriellen — und beweist: Frauen können Familien-Konzerne erfolgreich führen. Trumpf-Hauptsitz Stuttgart-Ditzingen ist durch sie weiterhin zentraler Industrie-Standort Europas. Sie ist auch ein Vorbild für die zunehmende Sichtbarkeit von Frauen in MINT-Berufen — sie fördert dieses Thema öffentlich und finanziell. Ihre schwäbisch-pragmatische Bescheidenheit (relativ wenig Medien-Präsenz für einen DAX-CEO) ist klassisch schwäbisch. Mit ihr ist eine Industrielle in der Tradition von Margarete Steiff und Bertha Benz an Position einer der bedeutendsten deutschen Industrie-Frauen.
💬 Berühmte Zitate
„Industrie braucht Frauen — Frauen brauchen Industrie.“
„Familien-Unternehmen denken in Generationen, nicht in Quartalen.“
„Stuttgart bleibt Heimat, China ist Markt.“
„Wer als Frau einen Konzern führt, wird doppelt geprüft — und doppelt anerkannt.“
„Schwäbische Bescheidenheit ist meine beste PR-Strategie.“
❓ Häufige Fragen
Wer ist Nicola Leibinger-Kammüller?
Vorstandsvorsitzende der Trumpf-Gruppe (Lasertechnik, Werkzeugmaschinen) seit 2005. Tochter des Trumpf-Patriarchen Berthold Leibinger. Eine der wenigen Frauen an der Spitze eines deutschen Welt-Konzerns.
Wie groß ist Trumpf?
Über 18.000 Mitarbeiter (2024), Jahresumsatz ca. 4,2 Mrd. €. Weltmarktführer für Industrielaser und Werkzeugmaschinen. Familien-Eigentum (Leibinger-Familie hält 100 % der Anteile).
Spricht Leibinger-Kammüller wirklich Chinesisch?
Ja — sie studierte Sinologie an den Universitäten Bonn und Cambridge, promovierte über chinesische Literatur. Diese Sprachkenntnis hat ihr bei der Erschließung des chinesischen Trumpf-Geschäfts massiv geholfen.
In welchen Aufsichtsräten sitzt sie?
Bosch, Lufthansa, Siemens — also drei der wichtigsten deutschen DAX-Konzerne. Außerdem Mitglied in verschiedenen Wirtschaftsverbänden (VDMA, BDA).
Was ist ihre Vision für Trumpf?
Quantum-Photonik (nächste Laser-Generation), starke China-Präsenz, Industrie 4.0 als Wachstumstreiber. Trumpf soll auch in 20 Jahren noch Weltmarktführer in Lasertechnik sein. Bisher gelingt ihr das.
Ist sie die einzige Frau im Trumpf-Vorstand?
Aktuell ist sie Vorstandsvorsitzende — der gesamte Vorstand hat 5-6 Mitglieder, davon momentan 1-2 weitere Frauen. Sie engagiert sich für Geschlechter-Diversität im Konzern und in der Industrie.
