Reinhold Würth wurde am 20. April 1935 in Öhringen geboren und übernahm 1954 mit 19 Jahren nach dem plötzlichen Tod seines Vaters die kleine Adolf Würth GmbH in Künzelsau — damals zwei Mitarbeiter, 80.000 DM Umsatz. Heute ist die Würth-Gruppe mit über 87.000 Mitarbeitern in 86 Ländern eines der größten Familienunternehmen weltweit (Umsatz 2024: über 20 Mrd. €). Würth ist Verkörperung schwäbischer Tugenden — Beharrlichkeit, Bescheidenheit, Risikofreude — und gleichzeitig einer der bedeutendsten Kunstmäzene Deutschlands.
📖 Leben & Wirken
Vom 19-Jährigen zum Welt-Konzern
Reinhold Würth begann mit 14 Jahren eine Lehre im Schraubengroßhandel seines Vaters Adolf Würth in Künzelsau. 1954, mit gerade 19 Jahren, übernahm er das Unternehmen nach dem plötzlichen Tod seines Vaters. Es gab zwei Mitarbeiter und 80.000 DM Jahresumsatz. Würth setzte konsequent auf direkten Außendienst — Schrauben direkt zum Handwerker bringen, statt darauf zu warten, dass die Kunden kommen. Dieses Vertriebskonzept revolutionierte den Befestigungs-Großhandel.
Expansion in Europa und Welt
In den 1960er Jahren expandierte Würth zunächst nach Holland, Dänemark, Frankreich. Ab 1972 in USA, später Asien. Heute hat die Würth-Gruppe Niederlassungen in 86 Ländern, über 87.000 Mitarbeiter (davon ca. 33.000 im Außendienst). Das Sortiment umfasst über 1 Million Artikel — Schrauben, Dübel, Werkzeuge, chemisch-technische Produkte. Würth-Gruppe-Umsatz 2024: über 20 Mrd. €.
Würth als Kunstmäzen
Parallel zum unternehmerischen Erfolg baute Würth eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Europas auf — über 18.000 Werke. Schwerpunkte: deutsche und österreichische Klassische Moderne, Skulpturen, mittelalterliche Kunst. Die Sammlung ist öffentlich in 16 eigenen Museen zu sehen: Museum Würth Künzelsau, Hirschwirtscheuer Künzelsau, Kunsthalle Würth Schwäbisch Hall, Museum Würth 2 (Künzelsau), Sammlung Würth Erstein (Frankreich), Würth Capena (Italien) — alle Eintritt frei.
Stiftung und Vermächtnis
1987 gründete Würth die Würth-Stiftung. 2006 übergab er die operative Konzernleitung an externe Manager, behielt aber die Mehrheitsbeteiligung und sitzt im Aufsichtsrat. Sein Vermögen wird vom Forbes-Index auf rund 30 Mrd. € geschätzt — damit gehört Reinhold Würth zu den reichsten Deutschen. Trotzdem ist er bekannt für bescheidenen Lebensstil — schwäbischer Pragmatismus auch im Reichtum.
🍝 Das schwäbische Erbe
Würth ist Inbegriff der schwäbischen Hidden-Champion-Mentalität in Reinkultur: weltführend, aber selten in der Boulevardpresse. Künzelsau im Hohenlohekreis (etwa 16.000 Einwohner) ist durch Würth zur weltweiten Befestigungs-Hauptstadt geworden. Würths kulturelles Engagement — die kostenlosen Museen, die Konzerte, die Förderung der Hochschule Heilbronn — schafft eine kulturelle Infrastruktur, die sonst nur Metropolen haben. Reinhold Würth verkörpert die schwäbische Verantwortungs-Ethik: Reichtum verpflichtet zur Gegenleistung. Sein Lebensmotto Wachstum ist Leben prägt nicht nur die Würth-Gruppe, sondern eine ganze Generation deutscher Mittelständler.
💬 Berühmte Zitate
„Wachstum ist Leben — Stillstand ist Tod.“
„Wir verkaufen keine Schrauben, wir verkaufen Vertrauen.“
„Es gibt zwei Sorten Menschen: die, die machen, und die, die zuschauen.“
„Wer mit dem Strom schwimmt, wird zur Mündung kommen — wer gegen den Strom schwimmt, kommt zur Quelle.“
„Die schönsten Werke der Kunst lebt von ihrer Zugänglichkeit.“
❓ Häufige Fragen
Wie reich ist Reinhold Würth?
Forbes (2024) schätzt sein Vermögen auf rund 30 Mrd. €. Er gehört damit zu den reichsten Deutschen. Allerdings investiert er einen großen Teil davon in seine Kunstsammlung und in soziale Projekte.
Wie viele Mitarbeiter hat Würth?
Die Würth-Gruppe hat über 87.000 Mitarbeiter weltweit (Stand 2024), davon rund 35.000 im Außendienst. Das macht sie zu einem der größten Familienunternehmen Europas.
Welche Museen hat Würth?
16 eigene Museen weltweit, alle Eintritt frei. Die wichtigsten: Museum Würth Künzelsau, Kunsthalle Würth Schwäbisch Hall, Hirschwirtscheuer Künzelsau, Museum Würth 2 (Skulpturen). Insgesamt über 18.000 Werke der Sammlung.
Wer leitet Würth heute?
Operative Leitung: Robert Friedmann (Sprecher der Konzernführung) und ein internationales Management-Team. Reinhold Würth ist Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats. Familie Würth: Tochter Bettina Würth ist im Aufsichtsrat. Die nächste Generation ist über die Stiftungs-Konstruktion eingebunden.
Wo ist der Würth-Hauptsitz?
Künzelsau im Hohenlohekreis (Baden-Württemberg) — eine Kleinstadt mit 15.500 Einwohnern, die durch Würth zur Wirtschaftsmacht geworden ist. Hauptverwaltung: Reinhold-Würth-Straße 12-17, 74653 Künzelsau.
Hat Würth eine Schwäbische Aussprache?
Reinhold Würth spricht ausgeprägtes Hohenloher-Schwäbisch. In Interviews und öffentlichen Reden wechselt er zwischen Hochdeutsch und Dialekt — was zu seinem authentischen Profil als bodenständiger Mittelständler beiträgt.
